Katastervermessung

Das Liegenschaftskataster

Im Liegenschaftskataster werden Liegenschaften für das gesamte Landesgebiet flächendeckend und vollständig nachgewiesen. Die gesetzliche Grundlage bildet das Thüringer Vermessungs- und Geoinformationsgesetz vom 16. Dezember 2008 (GVBl. S. 574), mehrfach geändert durch Artikel 1 und Artikel 3 des Gesetzes vom 30. Juli 2012 (GVBl. S. 355). Das Liegenschaftskataster ist amtliches Verzeichnis nach §2 Abs.2 der Grundbuchordnung.

Mit der jüngsten Änderung des Thüringer Vermessungs- und Geoinformationsgesetzes wurde die gesetzliche Einmessungspflicht für Gebäude aufgehoben und gesetzlich geregelt, dass im Liegenschaftskataster fehlende Gebäude durch Luftbildauswertungen oder Auswertungen sonstiger geeigneter Unterlagen kostenfrei von Amts wegen erfasst werden. Mit den neuen Erfassungsmethoden wird den Nutzern des Liegenschaftskatasters ein hinreichend aktueller und ausreichend genauer Gebäudebestand im Liegenschaftskataster zur Verfügung gestellt.

Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation (TLVermGeo), als obere Kataster- und Vermessungsbehörde, führt das Liegenschaftskataster mit seinen Nachweisen „Automatisierte Liegenschaftskarte (ALK)“ und „Automatisiertes Liegenschaftsbuch (ALB)“. Heute sind diese Datenbestände zum Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS®) zusammengeführt. Das Liegenschaftskataster dient der Eigentumssicherung, der Wahrung der Rechte an Grundstücken und der Sicherheit im Grundstücksverkehr.

Die rechtlichen Vorgaben und technischen Rahmenbedingungen einschließlich der zugehörigen Kostenregelungen werden in der für das Kataster- und Vermessungswesen zuständigen Abteilung erarbeitet und aktualisiert.

Neben dem Landesamt für Vermessung und Geoinformation sind auch die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure des Landes befugt, Liegenschaftsvermessungen durchzuführen. Die rechtlichen Normen für die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure des Landes, vor allem im Bereich der Berufsausübung, werden ebenfalls in der für das Kataster- und Vermessungswesen zuständigen Abteilung vorbereitet und deren Einhaltung im Rahmen der Aufsicht überprüft.

Kataster- bzw. Liegenschaftsvermessungen

Liegenschaftsvermessungen sind Vermessungen zur Bestimmung und Abmarkung von Flurstücksgrenzen, zur Bildung neuer Flurstücken, zur Einmessung von Gebäuden und deren Veränderungen sowie zur Qualitätsverbesserung des Liegenschaftskatasters.

Liegenschaftsvermessungen dürfen grundsätzlich nur durch das Landesamt für Vermessung und Geoinformation (TLVermGeo) und in Thüringen zugelassene Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure (ÖbVI) durchgeführt werden.

Liegenschaftsvermessungen für Träger der unmittelbaren Landesverwaltung werden vom TLVermGeo durchgeführt. Hiervon ausgenommen sind die Anträge der Flurbereinigungs- und Flurneuordnungsbehörden.

Die ÖbVI führen Liegenschaftsvermessungen von privatrechtlichen Antragstellern, kommunalen Körperschaften und Trägern der Bundesverwaltung sowie von Landesbehörden bei Bundesauftragsverwaltung aus. Gleiches gilt für Anträge der unter der Aufsicht des Landes stehenden Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts sowie Landesbetriebe.

Kosten für Vermessungsleistungen eines ÖbVI

Hoheitliche Vermessungsleistungen unterliegen keiner freien Kalkulation durch den ÖbVI. Sie sind in einer für den Freistaat Thüringen einheitlichen Kostenverordnung festgesetzt, an die der ÖbVI bei seiner Kosteneinschätzung gebunden ist. Bei nicht hoheitlichen Vermessungsleistungen zum Beispiel für bau- und ingenieurtechnische Vermessungen kann ich Ihnen sehr gern ein Angebot unterbreiten.

Amtlicher Kartenauszug

Liegenschaftskarte

Die Liegenschaftskarte weist die geometrische Lage aller Flurstücke mit ihren Grenzen, Flurstücksbezeichnungen, Gebäuden und Nutzungsarten in digitaler Form nach. Diese Automatisierte Liegenschaftskarte (ALK) liegt flächendeckend für Thüringen vor. Sie ist blattschnittfrei und maßstabsunabhängig verfügbar und bildet die geometrische Grundlage für ein grundstücksbezogenes Informationssystem.

Amtlicher Kartenauszug / ONLIKA

ONLIKA bezeichnet das Auskunftssystem für Auszüge aus dem Liegenschaftskataster im Online-Verfahren. Auszüge aus der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) werden von den Katasterbereichen des TLVermGeo sowie den am automatisierten Abrufverfahren teilnehmenden Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren (ÖbVI), Gemeinden und Landkreisen erstellt und erteilt.

Kostenbeispiele

Nachfolgend sind die Gebührenfür Auszüge aus der ALK gemäß der "Thüringer Verwaltungskostenordnung für das amtliche Vermessungswesen" aufgeführt. Bei umsatzsteuerpflichtigen Leistungen wird die Umsatzsteuer zusätzlich in Rechnung gestellt.

Kostenbeispiel
analoger Auszug Preis
Alle Preise zzgl. 19% Mwst.  
im Format DIN A4, je Blatt 15,00 EUR
im Format DIN A3, je Blatt 20,00 EUR
größer DIN A3 bis einschließlich DIN A0 40,00 EUR
zusätzlicher besonderer Aufwand Kostenverzeichnis Nr. 13
(Gebühr nach Zeitaufwand)
Mehrausfertigungen 20 % der Erstausfertigung
Erstausgabe aus ALKIS (Vektordaten)  
je Flurstück Tabelle 1, Staffel A
mindestens 15,00 EUR
Grenzanzeige

Grenzanzeige

Im Gegensatz zur Grenzwiederherstellung ist die Grenzanzeige kein amtlich geregeltes Verfahren. Die Grenzpunkte werden durch Holzpflock und Farbmarkierung örtlich kenntlich gemacht und dem Auftraggeber angezeigt.

Im Gegensatz zur Grenzfeststellung werden die umliegenden Anlieger nicht beteiligt und das in der Skizze beurkundete Ergebnis nicht an das Katasteramt weitergeleitet. Die angezeigten Grenzpunkte dienen ausschließlich den Antragsteller zur eigenen Absicherung.

Beispiel: Nachweis der Grenzanzeige
Grenzwiederherstellung

Grenzwiederherstellung

Auf Antrag oder von Amts wegen kann die Position eines im Liegenschaftskataster nachgewiesenen Grenzpunktes anhand des Katasternachweises in die Örtlichkeit übertragen und wiederhergestellt werden. Das Grenzwiederherstellungsverfahren endet mit dem Grenzwiederherstellungsbescheid oder der Offenlegung. Die Feststellung, dass das vorgefundene Grenzzeichen mit dem Katasternachweis übereinstimmt, wird dem Antragsteller mit Kopie der Grenzniederschrift mitgeteilt. In der Grenzniederschrift wird dokumentiert, dass die Abmarkungen zu den in der Skizze entsprechend dargestellten Grenzpunkten in Übereinstimmung mit dem für sie maßgebenden Katasternachweis vorgefunden wurden. Die örtlichen Grenzmarken kennzeichnen die rechtmäßige Flurstücksgrenze. 

Grenzfeststellung

Kann anhand des Nachweises des Liegenschaftskatasters die Position eines Grenzpunktes nicht mit ausreichender Sicherheit wiederhergestellt werden, können sich die betroffenen Grundstückseigentümer auf den örtlichen Verlauf der rechtmäßigen Grenze einigen. Das Ergebnis dieser Einigung wird von der Vermessungsstelle öffentlich beurkundet (Grenzfeststellungsvertrag) und von der oberen Kataster- und Vermessungsbehörde (TLVermGeo) in den Nachweis des Liegenschaftskatasters übernommen. Kommt ein Grenzfeststellungsvertrag nicht zustande, ist die betreffende Flurstücksgrenze nach den Nachweisen des Liegenschaftskatasters nicht wiederherstellbar und im Liegenschaftskataster besonders zu kennzeichnen.